{"id":143,"date":"2024-05-06T21:32:42","date_gmt":"2024-05-06T19:32:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/?p=143"},"modified":"2024-06-11T17:24:00","modified_gmt":"2024-06-11T15:24:00","slug":"abriss-chronik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/abriss-chronik\/","title":{"rendered":"M\u00f6gliche Entstehung des Dorfes R\u00f6ppisch"},"content":{"rendered":"\n<p>Renommierte Historiker der Universit\u00e4ten Leipzig und Jena sowie verschiedene Heimatforscher bescheinigen diesem Dorf ein hohes Alter aber haben Probleme mit dem Ortsnamen. In \u00e4lteren Quellen (1071, 1325) erscheint als Ortsname <strong>\u201eRetzsch\u201c<\/strong> oder <strong>\u201eReuz\u201c<\/strong> und ab 1356 <strong>\u201eRopsch\u201c <\/strong>in diversen Schreibweisen bis sich ab 1600 das heutige <strong>\u201eR\u00f6ppisch\u201c <\/strong>durchsetzt. Einzelne Historiker leiteten daraus zwei Ortschaften ab. Daf\u00fcr reicht aber der Platz nicht aus und au\u00dferdem wird 1325 f\u00fcr Retzsch \/ Reuz und 1356 f\u00fcr Ropsch ein und derselbe Lehnbauer mit dem Namen Conrad Ritzen genannt. Naturgem\u00e4\u00df spielt solch ein kleiner Ort in der Forschung keine Rolle und so wurde das Problem auch nicht weiter verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Offensichtlich ist aber die Entstehung des Dorfes eng mit dem sogenannten \u201eAlten Schlo\u00df\u201c, einem heutigen Bodendenkmal, auf dem Bergsporn gegen\u00fcber der Bleiloch-Sperrmauer verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu einige Anmerkungen zur politischen Lage im 9. Jahrhundert<\/p>\n\n\n\n<p>Th\u00fcringen geh\u00f6rte zum Ostfrankenreich und bildete f\u00fcr einige Jahrzehnte dessen Ostgrenze im Wesentlichen entlang der Saale. Lediglich von Orlam\u00fcnde bis zum heutigen Ziegenr\u00fcck wurde das Saaleknie bei Saalfeld abgek\u00fcrzt. Die drei Nachfolger Karls des Gro\u00dfen lagen st\u00e4ndig im Streit und deren Reiche schw\u00e4chten sich gegenseitig. Das ermunterte die sorbischen Daleminzer und B\u00f6hmen (Tschechen)&nbsp; zu Beutez\u00fcgen bis weit nach Th\u00fcringen hinein. K\u00f6nig des Ostfrankenreiches war 843 bis 876 Ludwig der Deutsche. Er organisierte zur \u00dcberwachung der Grenze um 850 die \u201eSorbische Mark\u201c. Als erster Herzog fungierte bis 873 Tachulf. Dessen Machtzentrum war der Raum Saalfeld. Im damals noch unbesiedelten Waldgebirge wurden an g\u00fcnstigen Stellen kleine Grenzwarten angelegt. Eine solche war offensichtlich das o.g. \u201eAlte Schlo\u00df\u201c. In Walsburg ist m\u00f6glicherweise eine Nachbaranlage zu sehen. Die Altdeutsche Bezeichnung f\u00fcr eine solche Grenzwarte war \u201e<strong>Letze\u201c<\/strong>. Mit einem Schloss im heutigen Sinn hatte das nichts zu tun. In Holz-Erde-Bauweise entstand ein einfacher Bau mit Wachturm umgeben von einer Palisade und einem Halsgraben vom Hinterland abgesichert f\u00fcr eine kleine Besatzung. (Das Bild von Martin Zsch\u00e4chner in der Anlage soll das verdeutlichen.)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"448\" height=\"207\" src=\"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Altes-Schloss-im-hohndorf.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-144\" srcset=\"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Altes-Schloss-im-hohndorf.jpg 448w, https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Altes-Schloss-im-hohndorf-300x139.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nachempfunde Ansicht des Alten Schlo\u00dfes<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Selbst die Errichtung, Besetzung und Versorgung der \u201eLetze\u201c war f\u00fcr die damalige Zeit eine Herausforderung. Daf\u00fcr erforderliche Leute mussten erst im Unterland gewonnen werden. Im Raum Saalfeld und in der Orlasenke gab es ausreichend reichstreue Sorben. So wurden offensichtlich einige sorbische Sippen hier im Oberland angesiedelt. Diese konnten sich nat\u00fcrlich einen g\u00fcnstigen Platz aussuchen. Es entstand der typische sorbische Rundling um eine Quellmulde herum mit nur einem Zugang. Noch 1356 wird f\u00fcr Ropsch ein Lehnbauer mit Namen Hermann bei dem Tor genannt. Die sorbische Bezeichnung f\u00fcr einen solchen Ort war <strong>\u201eRobotschitsch\u201c&nbsp; <\/strong>oder einfach <strong>\u201eRobitsch\u201c <\/strong>. Dieser Ortsnamen wandelte sich \u00fcber diverse Schreibweisen bis um 1600 zum heutigen <strong>R\u00f6ppisch<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4ltere deutsche Quellen von 1071 und 1325 lassen den Begriff \u201eLetze\u201c durchscheinen; 1071 Jezowa f\u00fcr L\u00e4tzschbach und 1325 Retzsch oder Reuz f\u00fcr das Dorf und den Bach. Der Bach der unterhalb in die Saale m\u00fcndet hei\u00dft wahlweise Letzschbach oder Retzschbach. Dasselbe traf f\u00fcr die Letzsch- oder Retzschm\u00fchle zu, die ebenso im Stausee versank.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"448\" height=\"238\" src=\"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Retschmuehle-um-1930.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-155\" srcset=\"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Retschmuehle-um-1930.jpg 448w, https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Retschmuehle-um-1930-300x159.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Retschm\u00fchle<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eine enge Verbindung der ehemaligen Grenzwarte zu R\u00f6ppisch spricht das alte Flurst\u00fcck \u201eTrommelschl\u00e4ger\u201c. Von dort konnte bei Gefahr das Dorf vorgewarnt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu erw\u00e4hnen ist auf Grund der geographischen N\u00e4he noch das kleine Dorf Hohndorf auf dem gleichen H\u00f6henr\u00fccken knapp 2 km s\u00fcdlich des \u201eAlten Schlosses\u201c. Hohndorf mit acht bis neun Lehnbauern wurde um das Jahr 1300 durch das Rittergut P\u00f6ritzsch gegr\u00fcndet und war bereits 1505 eine W\u00fcstung. Ein von Draxdorf zu P\u00f6ritzsch l\u00f6ste 1505 die letzten drei Bauernh\u00f6fe auf. Diese Fl\u00e4chen gingen zumeist an Lehnbauern in R\u00f6ppisch und die Feldflur wurde zum Teil wieder zu Wald.&nbsp; Hohndorf hatte zeitlich keine Verbindung zum \u201eAlten Schlo\u00df\u201c auch wenn die Sage von einer wei\u00dfen Frau dies andeutet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"448\" height=\"185\" src=\"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ansicht-Hohndorf.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-145\" srcset=\"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ansicht-Hohndorf.jpg 448w, https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ansicht-Hohndorf-300x124.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nachempfindung des Hohendorfs<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Weitere Einzelheiten sind in der allgemeinen Chronik von R\u00f6ppisch zu finden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"745\" src=\"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Flurkarte-Roeppisch-1024x745.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-406\" srcset=\"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Flurkarte-Roeppisch-1024x745.jpg 1024w, https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Flurkarte-Roeppisch-300x218.jpg 300w, https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Flurkarte-Roeppisch-768x558.jpg 768w, https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Flurkarte-Roeppisch-1536x1117.jpg 1536w, https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Flurkarte-Roeppisch-2048x1489.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Flurkarte von 1755<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Renommierte Historiker der Universit\u00e4ten Leipzig und Jena sowie verschiedene Heimatforscher bescheinigen diesem Dorf ein hohes Alter aber haben Probleme mit dem Ortsnamen. 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