{"id":373,"date":"2024-06-09T16:21:44","date_gmt":"2024-06-09T14:21:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/?p=373"},"modified":"2024-06-14T17:56:09","modified_gmt":"2024-06-14T15:56:09","slug":"reussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/reussen\/","title":{"rendered":"Reu\u00dfen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Dieses Adelsgeschlecht bestimmte \u00fcber 600 Jahre lang ma\u00dfgeblich die Geschicke unserer n\u00e4heren Umgebung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Stammsitz war das Dorf Weida bei M\u00fchlhausen\/Th\u00fcr. (heute w\u00fcst). Die alten Sachsen-K\u00f6nige holten Ministeriale aus ihrem urspr\u00fcnglichen Machtbereich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1115&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ein Ruzze von Plauen k\u00e4mpft an der Seite seines Markgrafen am Welfesholz bei Hettstedt. Die sprachliche Verwandtschaft zu \u201eRuceschesece\u201c (Rauschengesees, 1120 genannt) liegt nahe.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1122&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Ministeriale Erkenbert von Weida tritt als Zeuge im Zusammenhang mit der \u201eGau-Kirche\u201c Plauen auf. Er ist Lehensmann der Grafen von Everstein zu Plauen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1139&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Heinrich von Weida (das heutige gemeint) verkauft in seiner alten Heimat Land und eine M\u00fchle f\u00fcr damals 5 Mark an das Kloster Volkenroda.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1143&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mit Heinrich dem I. von Weida setzt sich der Leitname \u201eHeinrich\u201c durch. Er soll Vogt in einem \u201eRutzenland\u201c gewesen sein; Lage unklar, aber vermutlich im Oberland.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Um 1160 vergibt Kaiser Friedrich Barbarossa das Land beiderseits der Wei\u00dfen Elster an die V\u00f6gte von Weida als Reichslehen. Von 1163 \u20131193 errichten diese die Osterburg in Weida als Stammburg. Bereits 1209 erh\u00e4lt Weida das Stadtrecht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Um 1200 herrschen die V\u00f6gte \u00fcber Gera, Ronneburg, Weida, Greiz und Plauen bis Asch. Sie haben neben der Grundherrschaft noch die \u201eRegalien\u201c = Heerbann, Blutbann, Zoll, Steuern, M\u00fcnze, Bergrecht, Fischerei und die \u201eHohe Jagd\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1241-1249 ist ein Heinrich von Weida zeitweilig Landmeister des Deutschen Ordens in Ostpreu\u00dfen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1240\/44&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Teilung der Vogt-Linien in Gera, Weida, Plauen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Schon 1266 taucht bei den V\u00f6gten von Plauen der Titel Heinrich Reu\u00df (in verschiedenen Schreibweisen) auf und 1306 nimmt bei einer Teilung der Linie Plauen\/Greiz einer offiziell den Titel Reu\u00df an. In der Zeit von 1246-1320 gewinnen die V\u00f6gte von Gera, wie oben in groben Z\u00fcgen dargestellt, das Oberland mit den Gebieten um Lobenstein, Saalburg und Schleiz dazu. Im Jahre 1325 erfolgt die bekannte Stiftung an das Nonnenkloster bei Saalburg u.a. \u2013 rund 40 Zinsbauern aus einem Dutzend D\u00f6rfer der Umgebung. Darunter werden 4 \u00bd Mansen aus dem Dorf \u201eReuz\u201c (Recz) = R\u00f6ppisch aufgef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Rechtlich wird 1328 der Makel getilgt, nachdem die Reu\u00dfen eigentlich noch Lehensleute der Grafen von Everstein waren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Am 24. Juni 1329 erl\u00e4sst Kaiser Ludwig IV. die \u201eVogtl\u00e4ndische goldene Bulle\u201c.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die V\u00f6gte von Plauen, Weida und Gera werden in ihren Rechten, Lehen und Regalien best\u00e4tigt. Ihr Titel lautet jetzt \u201eReichsvogt\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ab dem Jahre 1343 kommt der Begriff \u201eVogtland\u201c auf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Von 1354-59 gibt es einen erneuten Vogtl\u00e4ndischen Krieg. Die Reu\u00dfen st\u00f6rten die Handelsroute von Erfurt nach Prag und unterliegen gegen den Kaiser, die Stadt Erfurt und die Wettiner. Sie verlieren Triptis, Auma und Ziegenr\u00fcck an die Wettiner.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Wettiner f\u00fchren 1423 die Bezeichnung \u201eSachsen\u201c f\u00fcr ihr Land ein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zwischen 1531 und 1572 sterben alle Linien der Reu\u00dfen au\u00dfer Reu\u00df \u2013Plauen mit Sitz Greiz aus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Im Jahre 1533 wird die Reformation im Reu\u00dfenland unter F\u00fchrung der Wettiner eingef\u00fchrt.<\/em><\/strong><em> Die Nachfolgende Sequestration des Klosters bei Saalburg dauert bis 1564.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Schon jetzt erfolgt die Trennung von Saalburg (u.a. mit P\u00f6ritzsch) und Burgk (mit R\u00f6ppisch und Zoppoten).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Jahre 1547 schl\u00e4gt der Kaiser die Truppen der Reformation bei M\u00fchlberg an der Elbe vernichtend. Die Reu\u00dfen verlieren vorerst alles au\u00dfer der kleinen Besitzung Kranichfeld (bei Erfurt).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1560 verzichten die Reu\u00dfen und die Burggrafen von Mei\u00dfen auf ihren Anteil an Nordhalben. 1564 haben die Reu\u00dfen = Reu\u00df-Plauen Sitz Greiz ihren Besitz im wesentlichen wieder. <u>Es kommt zu einer Teilung:<\/u><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>J\u00fcngere Linie (827 km\u00b2)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gera, Schleiz, Ebersdorf, Lobenstein und Saalburg (1572)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mittlere Linie &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Obergreiz starb aber 1616 aus<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u00c4ltere Linie (316 km\u00b2)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Greiz und Burgk (u. a. R\u00f6ppisch)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>In diesem Zusammenhang ging die Masse des Klosterbesitzes an die Reu\u00dfen in Gera \u00fcber.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1596 wird die Landesteilung zw. Reu\u00df \u00c4.L. und J.L. in weiteren Details fortgesetzt. Das betrifft auch Untertanen zu R\u00f6ppisch und vor allem Fl\u00e4chen im zugeh\u00f6rigen Flurteil Hohndorf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Verwaltung f\u00fcr Reu\u00df \u00c4.L. im Oberland sitzt in Burgk. Ein dortiger \u201eAmtssch\u00f6sser\u201c (Schatzmeister) regelt Lehen, K\u00e4ufe, Verk\u00e4ufe u.a.m. bis zum letzten Untertan. F\u00fcr Friesau, R\u00f6ppisch, Rauschengesees und Zoppoten hat dieser eine Nebenstelle in Zoppoten eingerichtet; dort wird das sogenannte \u201eRote Buch\u201c gef\u00fchrt. Die Nebenstelle Crispendorf f\u00fchrt das \u201eGr\u00fcne Buch\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1598 kauft Reu\u00df \u00c4.L. f\u00fcr 4521 Gulden \u201e&#8230;Saalewiesen bei der Klosterm\u00fchle unterhalb der Kospera mit allen Rechten sowie die D\u00f6rfer Remptendorf und R\u00f6ppisch und die Plothener Teiche&#8230;\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1612 verkauft Heinrich \u201ePosthumus\u201c von Gera das Rittergut Unter-Zoppoten f\u00fcr 12500 Gulden an Heinrich den II. von Burgk u.a. mit den Fronbauern zu R\u00f6ppisch, die fr\u00fcher zum Rittergut P\u00f6ritzsch (jetzt Reu\u00df J.L.) geh\u00f6rten. Dieser Posthumus von Gera war ein angesehener Mann im Reich und brachte sp\u00e4ter mit Geschick und Verstand die Reu\u00dfischen Lande glimpflich durch den 30j\u00e4hrigen Krieg. Obwohl er 1635 mitten im Krieg verstarb, wirkten seine Gesetze und seine Politik weiter zum Nutzen des Gemeinwesens. Ein Vergleich der \u201eHerdstetten\u201c der Herrschaft Schleiz vor und nach dem Krieg ergab nur einen R\u00fcckgang um 123 oder knapp 7%; in anderen deutschen Gebieten lagen die Menschenverluste h\u00e4ufig \u00fcber 50%.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Selbst der kleine Ort R\u00f6ppisch konnte schon 1651 eine neue Kirchenglocke anschaffen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1616 ist die Landesteilung im Reu\u00df \u00c4.L. und J.L. im Prinzip abgeschlossen und h\u00e4lt bis 1919 \u2013 Bildung der Weimarer Republik.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die D\u00f6rfer Friesau, Rauschengesees, Remptendorf, R\u00f6ppisch und Zoppoten, also diesseits der Saale sind dem Amt Burgk zugeh\u00f6rig. Das Nebeneinander von Fl\u00e4chen beider Linien auf dem Hohndorf bleibt bestehen und ist bis heute nachvollziehbar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Kleinere Korrekturen erfolgen: 1711 werden die \u201eKlostergefelle\u201c je zur H\u00e4lfte Ebersdorf und Lobenstein zuerkannt und 1744 erfolgt ein Rece\u00df (Vergleich) betreffs einzelner Untertanen in R\u00f6ppisch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1866 stand Reu\u00df \u00c4.L. auf der Seite \u00d6sterreichs und musste daf\u00fcr 200 000 Taler als Strafe an das siegreiche Preu\u00dfen zahlen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Reu\u00df \u00c4.L. war ein selbstst\u00e4ndiger Bundesstaat (316 km\u00b2) im Deutschen Reich bis zu dessen Ende 1919. Danach ging dieser Bundesstaat schrittweise im Kreis Schleiz, Land Th\u00fcringen, auf.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Adelsgeschlecht bestimmte \u00fcber 600 Jahre lang ma\u00dfgeblich die Geschicke unserer n\u00e4heren Umgebung. 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