{"id":453,"date":"2024-08-11T14:53:04","date_gmt":"2024-08-11T12:53:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/?p=453"},"modified":"2024-11-26T22:15:47","modified_gmt":"2024-11-26T21:15:47","slug":"wasserversorgung-und-brauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/wasserversorgung-und-brauen\/","title":{"rendered":"Wasserversorgung und Brauen"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine stabile Wasserversorgung von Mensch und Vieh war die wichtigste Voraussetzung zur Anlage eines Dorfes. Erst danach kamen die Nutzfl\u00e4chen. Von Anfang an spielte in R\u00f6ppisch der Dorfteich eine wichtige Rolle. Noch zu Beginn des 20. Jh. wurde das Vieh dorthin zur Tr\u00e4nke getrieben. F\u00fcr die menschliche Versorgung wurden fr\u00fchzeitig Brunnen gegraben und fast jeder Haushalt hatte seinen eigenen. Um 1830 bestanden im Dorf 4 gr\u00f6\u00dfere Brunnen \u00e4hnlich denen, die wir noch in Zoppoten oder Sch\u00f6nbrunn sehen k\u00f6nnen. Deren Standorte sind nicht \u00fcberliefert, aber sie d\u00fcrften \u00fcber das Dorf verteilt gewesen sein; zumindest einer stand oberhalb des Teiches.<\/p>\n\n\n\n<p>Das reichte aber nicht mit zum Brauen, nachdem dieses nicht mehr im Brauhaus am Unteren Teich sondern auf dem Hof von Pasold &#8211; \u201eM\u00fchlhans\u201c stattfinden sollte. (Nachweislich bereits 1789 befand sich das Brauhaus oberhalb der Haus-Nr. 10 und 11.) Diesem Pfarrbauern oblag das Brauen vom Kloster her. Um diese Zeit hatte der Altbauer Georg Pasold den Hof an seinen Sohn Nicol Pasold (Amtsschulze) \u00fcbergeben, aber sich das Brauen vorbehalten. Auf beider Initiative hin wurde nun 1829 eine Holzr\u00f6hrenleitung vom \u201eSt\u00e4udigt\u201c herein gelegt, aber sie versagte. Daraufhin sollte das alte Stollensystem auf dem \u201eR\u00f6ppischer\u201c angezapft werden. Viele waren mit dem Hinweis auf obige 4 gute Brunnen dagegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eM\u00fchlhansen\u201c setzten jedoch ihr Vorhaben im Amt Burgk durch. Vater Georg erwarb f\u00fcr 100 Taler und 4 Groschen das Recht auf 6 Linien Wasser (offensichtlich rd. 13 mm Wasserpegel) und der Sohn borgte 38 Taler und 1 Groschen f\u00fcr die Leitung. In einer Gemeinschaftsleistung der Gemeinde wurde die neue Holzr\u00f6hrenleitung ins Dorf verlegt. Sie endete im Hauptbottich unter der Dorflinde. Am 8. M\u00e4rz 1832 floss zur Freude fast aller R\u00f6ppischer das Wasser. Eine Hochzeitsgesellschaft auf dem Hof Nr. 47 zerst\u00f6rte jedoch die Zuleitung. Die Quelle entsprang auf einer Fl\u00e4che dieses Hofes. Nach einem Vergleich erhielten die H\u00f6fe Nr. 47 und 48 nun j\u00e4hrlich 2 Taler, 1 Groschen und 8 Pfennige. Diese Wasserleitung \u00fcbertraf alle Erwartungen. Im Jahre 1908 wurden die Holzr\u00f6hren durch eine Druckwasserleitung aus Eisen ersetzt. Die Einweihung erfolgte am 20. Dezember 1908; die Satzung ist noch vorhanden. Bis 1911 wurden auch die Haushalte angeschlossen. Das Bassin steht auf der Wiese der Wirtschaft Nr. 48; daf\u00fcr bekam der Besitzer Paul Becher z.B. 1919 3,10 RM Wasserzins.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Brauen und Ausschank<\/h1>\n\n\n\n<p>Bier war bei unseren Vorfahren ein Nahrungsmittel f\u00fcr Gro\u00df und Klein. Es hatte mit unserem heutigen Pilsner wenig zu tun. \u00dcber den Alkoholgehalt gibt es keine verl\u00e4sslichen Angaben.<\/p>\n\n\n\n<p>An Massenprodukten wurden daf\u00fcr Gerste, Wasser und Brennholz gebraucht.Es hei\u00dft dazu<\/p>\n\n\n\n<p>1594\/96 im \u201eRoten Buch\u201c &#8230;.Die Einwohner dieses Dorfes d\u00fcrfen Brauen soviel sie wollen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Das f\u00fchrte vielleicht mit zum Ausspruch unserer Nachbarorte &#8211; \u201eR\u00f6ppisch das s\u00fcndige Dorf\u201c. Genauere Angaben \u00fcber Mengen liegen nicht vor, aber der Verbrauch muss beachtlich gewesen sein; Ma\u00dfeinheit war der \u201eEimer\u201c = 68 Liter.<\/p>\n\n\n\n<p>Z. B. war bei der Einquartierung 1631 (299 Personen) bereits nach 3 Tagen das Bier alle und aus Saalburg mussten auf Gemeindekosten rd. 1800 Liter nachgeholt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Malzdarre stand auf dem Dorfplatz (Abri\u00df 1892). Diese Stelle hei\u00dft immer noch \u201eDarre\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Brauhaus stand am Unteren Teich (Abri\u00df 1851). Zur Mindestausstattung geh\u00f6rte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine Schrotm\u00fchle zum Zerkleinern der gekeimten und ged\u00f6rrten Gerste (Malz)<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Maischbottich; hier wurde das zerkleinerte Malz mit hei\u00dfem Wasser verr\u00fchrt (Maische).<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Braupfanne aus Metall (meist Kupfer) zum Kochen der Maische.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein G\u00e4rbeh\u00e4lter und diverse Kleinwerkzeuge. Der Brauvorgaung dauerte 3 bis 4 Wochen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Der Ausschank erfolgte lange Zeit \u00fcber die Gemeinde und ging reihum wie in anderen D\u00f6rfern auch.Die Gemeindesch\u00e4nke brachte 1860 nur 6 Thaler und 1865 22 Thaler.<\/p>\n\n\n\n<p>1869&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schankkonzession f\u00fcr Johann Pfeifer (Ausgangspunkt f\u00fcr heute H\u00f6lzer)<\/p>\n\n\n\n<p>1886&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schankkonzession f\u00fcr Louis Fr\u00f6hlich ( heute noch Fr\u00f6hlich)<\/p>\n\n\n\n<p>Damit hatte sich die Gemeindesch\u00e4nke aufgel\u00f6st. Jetzt kam das Bier von kommerziellen Brauereien. Pro Hektoliter erhielt die Gemeinder 45 Pf. Biersteuer. Das waren z.B. 1907 insgesamt 113,40 RM \u2013 Pfeifer 134 hl. und Fr\u00f6hlich 118 hl.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wasserleitungsbau ab 1908<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Am 19.10.1908 erfolgte der Vertragsabschluss zwischen der Gemeinde R\u00f6ppisch, Gemeindevorstand Louis Pasold (Nr. 38) und der Firma des Bau-Ing. Schmitz aus Plauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesamtsumme: 23 000 RM (Das Landratsamt \u00fcberpr\u00fcft die Summe im Januar 1909 und sieht sie als zu hoch an; aber es bleibt dabei.)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gemeinde nimmt ein Darlehen auf = 20 000 RM, 4\u00bc% Zins, Laufzeit 10 Jahre<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits am 20.12.1908 ist die Druckwasserleitung aus Eisen fertig und ersetzt die alte Holzr\u00f6hrenleitung bis zum Bottich am Dorfteich.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 31.12.1908 tritt der Gemeindevorstand Louis Pasold zur\u00fcck und es \u00fcbernimmt Hermann P\u00f6hlmann (Nr. 42).<\/p>\n\n\n\n<p>Ab Februar 1909 k\u00f6nnen die B\u00fcrger ihr Interesse f\u00fcr einen Hausanschluss anmelden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 22.02.1911 ist alles fertig und die Wasserleitung geht in den Besitz der Gemeinde R\u00f6ppisch \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>1910 untersuchte Prof. G\u00e4rtner aus Jena das Wasser und befand es als gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Quellsch\u00fcttung = 45 Kubikmeter am Tag<\/p>\n\n\n\n<p>Am 24.05.1911 bewilligt der Regent 150 RM f\u00fcr den Ankauf der Wiese mit der Quelle von Nr. 47.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine stabile Wasserversorgung von Mensch und Vieh war die wichtigste Voraussetzung zur Anlage eines Dorfes. 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