{"id":627,"date":"2025-03-13T17:18:48","date_gmt":"2025-03-13T16:18:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/?p=627"},"modified":"2025-03-13T17:18:48","modified_gmt":"2025-03-13T16:18:48","slug":"beispiel-jaehrlicher-feudallasten-eines-durchschnittlichen-hofes-in-roeppisch-aus-dem-jahre-1628","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.roeppisch.com\/cms\/beispiel-jaehrlicher-feudallasten-eines-durchschnittlichen-hofes-in-roeppisch-aus-dem-jahre-1628\/","title":{"rendered":"Beispiel j\u00e4hrlicher Feudallasten eines durchschnittlichen Hofes in R\u00f6ppisch aus dem Jahre 1628"},"content":{"rendered":"\n<p>Der nachgeordnete Erbe des Rittergutes Ebersdorf, Georg Ernst von Machwitz, erhielt als Erbteil die Bauernh\u00f6fe 42 und 43 in R\u00f6ppisch. Beide hatten zu dieser Zeit keinen Hoferben und wurden durch P\u00e4chter bewirtschaftet. Daher ist eine genaue Aufstellung der Leistungen und Abgaben \u00fcberliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Hof Nr. 43 mit knapp 15 ha hei\u00dft das anteilig:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8cf370e7 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p>7 Groschen Erbzins<\/p>\n\n\n\n<p>6 \u00bd Tage ackern mit 2 Pferden<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Fuhre Heu von den Saalewiesen ins Rittergut fahren<\/p>\n\n\n\n<p>7 \u00bd&nbsp; Tage Getreide schneiden<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Tag Schafe scheren<\/p>\n\n\n\n<p>2 \u00bd Tage Hafer hauen<\/p>\n\n\n\n<p>3 Tage Gras hauen<\/p>\n\n\n\n<p>5 Scheffel Korn Lobensteiner Ma\u00df (ca.720 kg)<\/p>\n\n\n\n<p>1 \u00bd Scheffel Hafer Lobensteiner Ma\u00df (ca. 180kg)<\/p>\n\n\n\n<p>3 H\u00fchner<\/p>\n\n\n\n<p>15 Eier<\/p>\n\n\n\n<p>3 Kannen Mohn (ca. 2,7 l)<\/p>\n\n\n\n<p>2 K\u00e4se oder 2 Groschen daf\u00fcr<\/p>\n\n\n\n<p>15 Risten Flachs<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Groschen f\u00fcr Weihnachtssemmel<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Anmerkung: Die damaligen Hektarertr\u00e4ge betrugen nur einen Bruchteil der heutigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allgemeines:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Erst in den 1860er Jahren konnten diese Lasten gegen beachtliche Geldzahlungen abgel\u00f6st werden. Viele Bauern mussten daf\u00fcr eine Hypothek bei der Sparkasse Lobenstein aufnehmen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der gr\u00f6\u00dfte Posten soll hier noch mit angef\u00fchrt werden. Das war das sogenannte \u201eHohe Lehngeld\u201c. Es wurde f\u00e4llig bei jeder Hof\u00fcbergabe und musste binnen Jahr und Tag bar bezahlt (erlegt) werden. Grundlage f\u00fcr die Berechnung war die Steuerveranlagung; davon wurden 10 % verlangt. Die Standardh\u00f6fe waren zu dieser Zeit mit 250 Gulden veranlagt; somit waren 25 Gulden zu zahlen. Oft musste sich der \u00dcbernehmer daf\u00fcr verschulden.<\/li>\n\n\n\n<li>Dazu kam noch der Kirchenzehnt, auch Getreidedecem genannt. Das entsprach f\u00fcr den durchschnittlichen Hof mit ca. 15 ha 3\/8 Korn (ca. 54 kg) und 3\/8 Hafer (ca. 45kg) und ging j\u00e4hrlich an die Pfarre in Zoppoten.Die Abl\u00f6sung dieser sogenannten Kirchgef\u00e4lle erfolgte erst ab 1901 ebenfalls gegen Geld. Auch hier haben sich etliche Leute verschuldet.<\/li>\n\n\n\n<li>Zur Abrundung sei hier noch der Werdegang des Georg Ernst von Machwitz und beider H\u00f6fe vermerkt. Von Machwitz verkaufte schuldenhalber in den 1640er Jahren die H\u00f6fe Nr. 42 und 43 an das Rittergut Seubtendorf .Er selbst verbleibt in Ebersdorf.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Seubtendorf war das mehr eine Last und so wurden sie an den Bauern Hans Wolfert R\u00f6ppisch Nr. 46 f\u00fcr 600 Gulden verkauft. Diese Familie hatte die Kriegszeiten offensichtlich gut \u00fcberstanden. Hans Wolfert leitete sogar zeitweilig den Feldbau des Rittergutes Oberzoppoten, das am Boden lag. Er schoss zum Beispiel Saatgut und Lebensmittel f\u00fcr die Tagel\u00f6hner aus Zoppoten und das Gesinde vor. Sohn Bartel Wolfert \u00fcbernahm beide H\u00f6fe und baute bis 1658 die Nr. 42 aus. Das Wohnhaus ist heute noch im Original erhalten. Der Hausname \u201eWolfhans\u201c stammt aus dieser Zeit. Zwei Generationen lang blieben beide H\u00f6fe zusammen. Erst bei einer Erbteilung im Jahre 1703 bekam eine Tochter den Hof Nr. 43.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nachgeordnete Erbe des Rittergutes Ebersdorf, Georg Ernst von Machwitz, erhielt als Erbteil die Bauernh\u00f6fe 42 und 43 in R\u00f6ppisch. 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